Barcamp – Die Zukunft der Konferenz?

Wikipedia beschreibt die Konferenz als eine Zusammenkunft von Personen, die an einem speziellen Themenbereich arbeiten. Auch oft als Kongress oder Tagung bezeichnet, gibt es für diese Veranstaltung, gerade in großen Unternehmen wie der Daimler AG, ein festes „Strickmuster“. Die klassische Konferenz zeichnet sich dadurch aus, dass es eine Agenda gibt, sprich einen Zeitplan, in dem festgelegt wird, wann wer über was einen Vortrag hält. Tritt man selbst als Referent auf, muss man seine Präsentationsunterlagen häufig schon vorher einreichen und bekommt dann einen fixen Zeitrahmen zugeteilt, in dem man seine Ausführungen dem Publikum vorträgt.

barcamp.jpgWas aber unterscheidet denn nun ein Barcamp von so einer Konferenz? Barcamps werden oft als „Un-Konferenzen“ bezeichnet, denn sie stellen das klassische Konzept auf den Kopf. Hier gibt es keine festen Regeln, keine Agenda, keine Referenten und keine Hörerschaft. Vielmehr ist jeder Teilnehmer dazu angehalten, aktiv an der Gestaltung des Events teilzunehmen. Er ist Organisator, Referent und Zuschauer zugleich. Kürzlich haben mein Kollege Nils vom Daimler-Blog und ich an einem solchen Barcamp in Stuttgart teilgenommen. Zum ersten Mal trafen sich im Literaturhaus Stuttgart über das Wochenende Blogger, Entwickler und Interessierte aus allen Ecken Deutschlands zum freien Gedankenaustausch.

Unser Tag startete um 9Uhr. Beim gemeinsamen Frühstück verschafften wir uns einen Überblick über die Veranstaltung und knüpften erste Kontakte. Nachdem alle satt und zufrieden waren, startete die Sessionplanung. Jeder, der etwas zu sagen hat oder zu einem bestimmten Thema mit anderen diskutieren möchte, kann hier nach vorn gehen und den anderen seinen Vorschlag kurz unterbreiten. Findet dieser Vorschlag beim Publikum Anklang, bekommt er einen freien Slot auf dem Zeitplan. Dem so genannten Grid.

Die 60 Minuten langen Sessions finden dann im Anschluss in den verschiedenen Räumen statt. Die Themen reichen dabei von Technik über Internet bis hin zu sozialen und politischen Inhalten. Beispiele waren:

• Web 2.0 & Recht
• Zukunft der Online-Redaktion
• Öffentliche Wissenschaft im Web 2.0
• Wikipedia in Unternehmen
• Politik und Blogs in Frankreich

grid.jpg session.jpg

Und während den Sessions wird auch gleich der Unterschied zu den mir bekannten Meetings und Workshops bei Daimler sichtbar. Im Gegensatz zu Unternehmen, wo im Anschluss an ein formales Meeting in der Regel ein Protokoll angefertigt wird, welches später von den Mitarbeitern eingesehen werden kann, teilen die Teilnehmer von Barcamps ihre Aufzeichnungen und Eindrücke direkt aus der Session via Twitter, Blog und co. mit anderen. Ein Großteil der Notizen findet sich später auch in so genannten Wikis wieder, worauf dann jeder zugreifen kann.

Zwischendurch trifft man sich dann beim Mittagessen oder auf einen Kaffee in der Lobby, um dort weiter zu diskutieren oder einfach in bisschen auszuspannen und im Internet zu surfen. Obwohl es sicherlich hier und da noch Verbesserungspotential gibt, war es für uns beide eine interessante, neue Erfahrung, und das ein oder andere konnten wir doch für uns und unsere Arbeit mitnehmen.

Ist denn aber nun das Barcamp wirklich die Zukunft der Konferenz? Interessant wäre, ob so etwas bei Daimler auch funktionieren würde?


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