Ausbildung zum Informatikkaufmann – Rückblick

In den letzten drei Jahren hat sich die Welt für 10 Informatikkaufleute sehr schnell weitergedreht. Ich erinnere mich nur noch sehr vage an den ersten Tag, damals am 22. August 2005, als ich meine 9 neuen Kollegen (8 Jungs und 1 Mädchen) zum ersten Mal traf. Die bisherigen Bildungswege konnten verschiedener kaum sein. Von der Realschule bis hin zu bereits ersten Erfahrungen als Student war alles vertreten. Aus ganz Deutschland rekrutiert die Daimler AG Ihre Auszubildenden.

Die Ausbildung endete nach drei Jahren mit bestehen der mündlichen Abschlussprüfung im Juli 2008. Mitte September gab es eine Abschlussfeier im kleinen Kreis bei der auch die IHK-Abschlusszeugnisse, Preise, Urkunden und die Bewerbungen für ein Stipendium vergeben wurden. Vier von uns erhielten ein kleines Präsent für besonders gute Prüfungsleistungen.

Die Ausbildung

Während den vergangenen drei Jahren haben wir so einiges gelernt und hatten auch sehr viel Spaß. Die Einführungswochen sind mir und meinen Kollegen noch gut in Erinnerung, auch das ausbildungsgruppenübergreifende Seminar in Erpfingen. Dort wurde uns tagsüber Stil & Etikette, moderne Korrespondenz und Informationen zum einheitlichen Daimler Bewertungssystem AiD (Ausbildung im Dialog) näher gebracht und abends saßen wir in gemütlicher Runde am Lagerfeuer und grillten Würstchen. Ebenso besuchten wir im Rahmen der Einführungswochen verschiedene Werkteile der Daimler AG. Von der Grauguss-Gießerei in Esslingen-Mettingen bis hin zur Küche in der damaligen Zentrale in Möhringen.

Nach dieser Eingewöhnungszeit ging es nahtlos über in die Berufsschule, der Akademie für Datenverarbeitung in Böblingen. Wenn wir mal nicht auf Seminar, oder in der Berufsschule waren, konnten wir unser erworbenes Wissen in sieben verschiedenen Fachbereichen unter Beweis stellen.

Von Projekten und pädagogischen Herausforderungen

Im ersten Sommer der Ausbildung hatten wir die Gelegenheit als eine Zusatzqualifikation die DV-Themen der Mitarbeiterkinderschulung im Werk Untertürkheim zu gestalten. Wir schulten die Mitarbeiterkinder im Alter von 7-14 Jahren in PowerPoint, Excel, Word, also beinahe dem kompletten Office Paket. Diese pädagogische Herausforderung meisterten wir ausgezeichnet. Zumindest hatten wir das Gefühl, dass die Kinder beim Lernen sehr viel Spaß hatten.

Zur Halbzeit unserer Ausbildung stand dann die Zwischenprüfung auf dem Programm. Natürlich wie vor jeder Prüfung war am Anfang der Stress größer, als die Anstrengungen während der Prüfung. Zwei Tage vor der Zwischenprüfung haben wir dann noch durch Zufall in Erfahrung gebracht, dass man ein IT-Tabellenbuch benutzen durfte, welches jedoch zu dieser Zeit nur sehr schwer zu organisieren war. Obwohl einige ohne Tabellenbuch die Prüfung meistern mussten, hat die Gruppe sehr gut abgeschnitten. Das Ende der Zwischenprüfung feierten wir zusammen bei Weißwürste, Brezeln und einem Sieg des VfB Stuttgart gegen Hertha BSC Berlin :-)

Kaum war die Zwischenprüfung überstanden ging es darum sich einen Projektfachbereich für das letzte Lehrjahr zu suchen. Dieser startete im Oktober 2007 und endete im Juli 2008. Die Anfrage von den verschiedensten Bereichen war sehr groß. Über 100 Bereiche wollten einen von uns 10 Informatikkaufleute haben. Das war schon ein ganz gutes Gefühl :-) Der Auswahlprozess war sehr interessant und eine gute Übung für die anstehenden Bewerbungen auf einen Übernahmefachbereich, verstreut auf Standorte von Untertürkheim, bis hin nach Singapur.

Parallel zu der Auswahl der Projektfachbereiche begannen wir mit der Organisation der DV-Schulung für die Auszubildenden des Jahres 2007. Diese Schulung findet wie oben erwähnt im Rahmen der Einführungswochen statt und zieht sich über mehrere Tage.
Die Vorbereitungen für diese DV-Schulung starteten im Frühjahr und begannen mit einer Projektmanagementschulung. Wir wählten einen Projektleiter, schnürten verschiedenste Arbeitspakete, stellten Meilensteine auf eben alles um ein erfolgreiches Projekt durchführen zu können. Nach jeder Schulung wurden die Teilnehmer aufgefordert ein Feedbackbogen auszufüllen. Nach der Auswertung dieser Bögen stellten wir mit größter Zufriedenheit fest, dass wir unser Ziel, besser zu sein als all unsere Vorgänger, bei weitem übertroffen haben. Auch das war wieder ein sehr gutes Gefühl :-) Der inoffizielle Projektabschluss wurde dann im Irish Pub Stuttgart in einer gemütlichen Runde ausgiebig gefeiert.

Abschlussprüfungen. Und dann?

Anfang Mai 2008 stellten wir uns der größten Herausforderung in den vergangenen drei Jahren. Es standen die schriftlichen Abschlussprüfungen an. Innerhalb von zwei Tagen absolvierten wir insgesamt fünf Prüfungen. Das Ende dieses Marathons feierten wir gemeinsam mit unserer Ausbilderin bei einem Gläschen Sekt.

Dies war aber nur der erste Teil unserer Abschlussprüfung. Der zweite Teil bestand in der Anfertigung einer Projektarbeit mit maximal 30 Seiten Umfang. Diese Projektarbeit mussten wir in unserem Projektfachbereich erstellen und rechtzeitig bei der Industrie- und Handelskammer einreichen.
Der dritte und letzte Teil der Abschlussprüfung bestand darin unsere Projektarbeit der IHK zu präsentieren und in einem anschließenden Fachgespräch unser Wissen unter Beweis stellen.

Nach dieser stressigen Zeit denken sich nun viele der Leser muss man doch in ein tiefes Loch der Erleichterung fallen. Pustekuchen, für neun von uns ging es direkt in den Übernahmefachbereich. Die Übernahmefachbereiche sind auch wieder sehr breit gefächert, von der Entwicklung, über das Recruiting, der Bürologistik, im Fuhrparkcontrolling für Geschäftswagen, bis hin zum Einkauf sind wir nun tätig.
Das i-Tüpfelchen wäre die Einrichtung einer zentralen Abteilung für Ausbildungsförderung,
deren Aufgabe sein könnte, die besten eines Jahrgangs weiterhin an die Hand zu nehmen und an das Unternehmen zu binden. Ein Azubi-Kollege verließ aufgrund von mangelnden Perspektiven nach der Ausbildung das Unternehmen um in Vollzeit ein Studium zu absolvieren. Er gehörte zu den vier besten Absolventen.

Ich habe mich bereits jetzt für ein Berufsbegleitendes Studium zum Wirtschaftsinformatiker entschieden, andere planen die mannigfaltigen Weiterbildungsangebote zum Betriebswirt wahrzunehmen.

Abschließend wollen wir Informatikkaufleute 2005 uns recht herzlich bei unserer Ausbilderin bedanken, die uns von Anfang bis Ende aufopferungsvoll begleitet hat.

Diesen Beitrag habe ich stellvertretend für alle Informatikkaufleute 2005 verfasst.


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