Udo Lindenberg, ein Männerkuss und tanzende Roboter

Seit 1994 gibt es das SWR3 New Pop-Festival. Ich selbst war das erste Mal 1996 da. Im Werk. In der Montagehalle, in der heute die A-Klasse gebaut wird. Bei Faithless. Geniales Konzert damals.

Bis jetzt war ich zig mal auf den Konzerten des NewPop. HIM, Juanes, Wir sind Helden, Eagle-Eye Cherry, Reamonn sind die, die mir spontan einfallen.Insgesamt waren die Konzerte immer ziemlich gut, wenn es auch das ein oder andere mal nicht an den Künstlern lag :-)

Und dieses Jahr zog es mich, nach zwei Jahren Pause, mal wieder hin. Zum Special! Seit ein paar Jahren (Seit eigentlich genau wann?) sind die Konzerte in den Rohbau umgezogen. Die Atmosphäre dort ist recht industriell. Überall Roboter, der eine oder andere tanzt mit.

Die Umgebung war ein ziemlicher Kontrast zu den Künstlern, vor allem zu den Mädels: Duffy, Colbie Caillat und Gabriella Cilmi. Die maskulinen Roboter und diese drei sexy, zierlichen Mädels gingen eine liebliche Verbindung ein.

Ben Becker & Udo LindenbergColbie Caillat

Ryan Tedder von OneRepublic brachte dann die Zuschauer-Mädels zum Schmelzen. Nicht nur mit seiner Stimme, sondern vor allem, weil er als einziger des Abends ins Publikum ging. Mein Highlight war allerdings Ich + Ich. Adel Tawil konnte man den Spaß, den er hatte, richtig anmerken. Leider fehlte Annette Humpe, aber das war zu verkraften. Bisher ging Ich + Ich so ziemlich an mir vorbei. Vielleicht habe ich das ein oder andere Lied gehört, allerdings nicht bewusst und so wusste ich recht wenig von der Band. Aber das hat sich an diesem Abend schlagartig geändert.

Bildquelle: SWR3

Und dann war da ja noch was: Udo Lindenberg und das Panikorchester. Naja. Er bekam eine Auszeichnung für das Comeback des Jahres. Die Laudatio sprach Ben Becker, er erzählte was über das gemeinsame Bad mit Udo Lindenberg. Die beiden Herren küssten sich auf der Bühne und Udo spielte noch drei Lieder. Ob er nun Vollplayback sang oder nicht, die große Show war es nicht. Da sprang kein Funke über. Schade!

Aber jeder kann sich selbst überzeugen: Das Special wurde vom ZDF aufgezeichnet und ist am 4. Oktober ab 23:45 Uhr eben dort zu sehen.

Weitere Festivalbilder auf Slideshare.

Doch wie sieht es unter der Haube, hinter der Bühne aus?
Rund 200t an Material muss verlagert werden, damit die ca. 7000m² große Konzertfläche für 6500 Besucher entsteht. Dazu werden über 2.5km Kabel verlegt, die Strom (der für 40 Einfamilienhäuser reicht), Musik und Video überall dort hin bringen, wo es nachgefragt wird. Für diesen Aufbau werden 200 Mitarbeiter benötigt und das geht natürlich nicht alles am Donnerstag um 13:45 Uhr los. Die ersten Planungen beginnen Anfang Juli, die Arbeiten im Bereich des Rohbaus starten 4 Wochen vor den Konzerten.
Das alles, damit die Produktion von Autos nicht wirklich gestört wird. So laufen die Anlagen am Freitag bis kurz vor Beginn und starten nach dem letzten Applaus gleich wieder.

Und für uns Mitarbeiter?
2006 zog sich das NewPop-Festival den Unmut unserer Nachtschicht zu. Wurde doch extra wegen des Konzertes die Donnerstags-Schicht verlegt. Das bedeutete: während den Konzert-Wochen zwar nur 4 Tage arbeiten, allerdings mussten wir diese Schicht dann nachholen. Und eine 6 Tage-Woche in der Nachtschicht… Da waren viele nicht sonderlich begeistert!

Aber hier wurde in den letzten Jahren viel gelernt und so läuft es für uns, bzw. die jeweilige Spätschicht relativ ruhig ab. Da Konzert und Spätschicht recht zeitnahe parallel enden, gab es zwar in den Jahren zuvor heftige Verkehrsprobleme. Dies wurde mittlerweile entschärft, in dem die Parkplätze und Ausfahrten für Mitarbeiter und Besucher getrennt sind.

Und natürlich stellt sich die Frage: Rentiert sich so ein Aufwand für ein paar Stunden Musik?
Aber die Antwort lautet ganz klar: Ja! Solch eine Atmosphäre, ein Konzert mitten in einer lebenden, produzierenden Fabrik, so etwas bekommt man sonst nirgends geboten!


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