INTERVIEW: Kaffeegenuss mit Wohlfühlfaktor

Kaffee hat sich seit Beginn des 19. Jahrhunderts zu einem Volksgetränk entwickelt. Knapp 20% des Deutschen Getränkekonsums entfallen auf Kaffee. Das sind 3-4 Tassen bei ca. 140 Litern pro Kopf und Jahr. Vor allem in den letzten beiden Jahren haben sich Kaffeespezialitäten, wie Cappuccino, Espresso und Latte Macchiato – so auch in den Daimler-Betriebsrestaurants – einen Spitzenplatz erobert.

Kaffeetrinken ist zu einer Kultur geworden. Neben dem Genuss ist vor allem auch der Erlebnisfaktor von großer Bedeutung.

Dabei reicht es für viele Gäste heute nicht mehr aus, sich den schwarzen Klassiker aus einem Automaten zu ziehen. Atmosphäre und Authentizität sind gewünscht und gefordert. Zu einem hochwertigen Qualitätskaffee mit Geschmack, der im Erzeugerland für einen fairen und angemessen Preis erworben und in einem schonenden Verfahren gesundheitsbewusst geröstet wurde, gehört eine spezielle Maschine, die mit Geräusch und Dampf eine entsprechende Spezialität erzeugt. Die wird dann von so genannten Bariste – „Kaffeekünstlern“ also – dem Kunden mit einem Lächeln serviert. Deshalb hat der Gastronomieservice mit dem Dienstleister und Kaffee-Experten „chicco di caffè“ das Kaffeebar-Konzept umgesetzt. Diese Kaffeebars befinden sich heute bereits in den Betriebsrestaurants in Sindelfingen, Mettingen, Untertürkheim und im smart-Areal.

Das Daimler-Blog sprach mit Yasemin Aydin (links) und Pamela Knoll – zwei bekannten Gesichtern der „chicco di caffè“-Bar in der Unternehmens-Zentrale in Stuttgart-Untertürkheim – über ihre Arbeit als Bariste und den „Wohlfühlfaktor“ an der Bar.

Frau Knoll, Frau Aydin, würden Sie sich und Ihre Tätigkeit als Bariste den Lesern kurz vorstellen?

Pamela Knoll: Wir sind beide Bariste an der „chicco di caffè“-Bar im Werk Untertürkheim und sorgen dafür, dass unsere Kunden täglich in den Genuss liebevoll zubereiteter Kaffeespezialitäten kommen. Wir antworten hier natürlich nur stellvertretend für unsere anderen Kolleginnen hinter der Bar.

Yasemin Aydin: Um 10 Uhr sind wir etwa da, bauen die Bar auf, stellen die Produkte raus und bereiten uns auf den Andrang vor. Bis eine unserer riesigen Kaffeemaschinen warm und betriebsbereit ist, dauert es fast eine halbe Stunde. Von 12 bis 13.30 Uhr herrscht dann Stoßzeit, danach bauen wir noch mindestens 30 Minuten lang ab. Bis dahin haben wir pro Tag meist schon über vierhundert Getränke verkauft.

Wie erklären Sie es sich, dass bei Ihnen – trotz höherer Preise – die Schlange immer länger ist als am Automaten?

Pamela Knoll: Das liegt einerseits natürlich an der Qualität des Kaffees. Zum anderen liegt es auch daran, dass alle Getränke an der Bar von uns selbst zubereitet und dann mit einem netten Lächeln serviert werden – auch da kann ein Automat nicht mithalten!

Yasemin Aydin: Die Mitarbeiter spüren vermutlich, dass wir gerne für sie da sind. Selbst wenn wir mal schlecht gelaunt zur Arbeit kommen, ist das wegen der netten Leute hier immer schnell verflogen…

Und warum sind bei Ihnen die Wartenden trotz teilweise langer Schlangen immer guter Laune? Die einen sagen, es liege an Ihrem Lächeln, die anderen behaupten, dass sei so wegen des Herzchens, dass Sie auf so manches Getränk zaubern…

Yasemin Aydin (grinst): Die gute Laune in der Warteschlange ist wahrscheinlich mit der Vorfreude verbunden, die Mittagspause angenehm abzuschließen zu können. Vielleicht liegt es an unserer positiven Ausstrahlung, vielleicht aber auch am Herzchen.

Pamela Knoll: Möglicherweise werden die Gäste von unserer Freude an den Getränken und deren Zubereitung angesteckt. Wir sind ein eingespieltes Team und durch unsere Routine haben wir auch mal Zeit für einen kurzen Small Talk.

Verraten Sie uns doch jetzt mal den Trick mit dem Schaum-Herzchen, den wir soeben gefilmt haben. Den kann nämlich keiner erklären…

Pamela Knoll: Das ist kein Trick – das ist Erfahrung. Wir werden alle regelmäßig geschult. Ein perfekter Milchschaum und mindestens 1000 Getränke Übung sind da schon notwendig. Yasemin kann das noch besser als ich – bei ihr klappt es nämlich jedes Mal…

Yasemin Aydin: Naja, fast jedes Mal. Wichtig ist, dass die Milch die richtige Konsistenz hat und man die richtige Gießtechnik“ beherrscht. Wir verwenden für die Motive – auch ein Blatt können wir zaubern – allerdings weder Schablonen noch irgendwelche anderen Hilfsmittel. Die „chicco di caffè“-Mitarbeiter belegen bei den Deutschen Meisterschaften der Bariste übrigens regelmäßig vordere Plätze.

Und bei vielen Mitarbeitern wissen Sie sogar auswendig, was die gleich bestellen werden…

Pamela Knoll: Klar, je länger man dabei ist, desto mehr kann man sich auf die individuellen Kundenwünsche einstellen. Viele unserer Gäste kommen täglich, teilweise sogar immer zur gleichen Uhrzeit.
Neunzig Prozent von ihnen sind Stammkunden, da ist es doch klar, dass wir deren Gesichter und auch deren Lieblingsgetränke kennen.

Yasemin Aydin: Im Übrigen weckt dieses „Kunststück“ den Kampfgeist zwischen uns Bariste – wer kann den meisten Kunden ihr Lieblingsgetränk zuordnen.
Aber trotzdem freuen wir uns, wenn wir von einem Gast überrascht werden und dieser seine Gewohnheit bricht und eines unserer anderen Produkte probiert. So hat beispielsweise ein Stammkunde, der ein Jahr lang täglich einen Espresso getrunken hat, nun plötzlich Eiskaffee bestellt. Das ist eben auch immer vom Wetter abhängig…

Was bestellen die Daimler-Mitarbeiter am liebsten? Gibt es ein Getränke-Ranking?

Pamela Knoll: Nach dem Mittagessen ist der Espresso Doppio ein absoluter Liebling unserer Gäste. Ein weiterer Favorit ist der Klassiker: Cappuccino. Latte Macchiato steht ebenfalls hoch im Kurs.

Video: Florian Mahnke, Barista, Chicco di Caffè


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