Daimler „Racing Day“: Boxenstopp in Hockenheim

Meine Parkkarte zum Daimler „Racing Day“ war verschwunden. Na Super. Vor einigen Wochen erhielten die Doktoranden aus Forschung&Entwicklung sowie ca. 100 Studenten verschiedener Universitäten eine Einladung in die Mercedes-Benz – Lounge zum Training der Formel 1 am Hockenheimring. Programmpunkte unter anderen: Besuch der Boxengasse sowie Gespräche mit Kovalainen und Mayländer.

Mein kleiner Beitrag zum Event war die Organisation von Mitfahrgelegenheiten und Parkkarten für die Doktoranden. Das hat auch bestens funktioniert, nur meine eigene Parkkarte ist am Tag vor der Abfahrt irgendwo verloren gegangen.

McLaren Mercedes

Es blieb mir also nichts anderes übrig als noch einmal zur Personalabteilung zu laufen und Kirsten um eine weitere Karte zu bitten. Das Problem dabei: die Personalabteilung ist der denkbar schlechteste Ort seine eigene Unorganisiertheit einzugestehen.

Zum Glück verfügt Daimler über andere Werkzeuge zur Bewertung der Mitarbeiter, daher bekam ich grinsend aber ansonsten ohne weitere Kommentare gleich zwei neue Karte. Man weiß ja nie. Und da ich nun schon mal da war, wurde ich auch gleich noch gebeten, einen kurzen Vortrag zu meinem Arbeitsalltag als Ingenieur und Doktorand zu geben. Ich sagte natürlich zu (Studenten anwerben ist eine der ureigensten Fähigkeiten aller Doktoranden…) und hoffte, dass meine Parkkarten bis zum nächsten Tag nicht erneut verloren gehen würden.

Am nächsten Tag kamen wir trotz ungewöhnlich dichter Staus pünktlich in Hockenheim an. Die aus dem TV bekannten Rennwagengeräusche waren schon aus einiger Distanz zu hören, aber dank umfangreicher Sicherheitsmaßnahmen und Absperrungen konnten wir die Wagen auch dann nicht sehen, als wir uns bereits mitten im Ring hinter der Mercedes-Tribüne befanden. Das Szenario wirkte etwas irreal: Mit geschlossenen Augen konnte ich die unangenehm lauten Rennwagen mit 300 km/h um mich herumrasen hören und bekam unweigerlich das Gefühl, mitten auf der Autobahn zu stehen. Mit zugehaltenen Ohren und geöffneten Augen sah ich hingegen nur weitläufige Wiesen in entspannt-sommerlichem Sonnenschein und in der Ferne gemütlich im Wind wiegende Bäume.
Viel Zeit für derartige Romantik blieb mir allerdings nicht, da wir direkt weiter zur Mercedes-Lounge liefen, welche bereits mit Studenten und den verschiedensten Firmenvertretern gefüllt war.

GruppenfotoBei einem ersten Snack kamen die Studenten und Firmenvertreter dann auch schnell ins Gespräch. Die an diesem Tag vermutlich am häufigsten gestellte Frage („Wie kommt man als Techniker in den Rennsport?“) beantwortete kurz darauf einer der Entwicklungsingenieure im ersten Vortrag: Am wichtigsten sind der Spaß am Beruf und ständiger Leistungswille.

Wenn am Abend vor einem Rennen noch am Motor rumgeschraubt wurde, muss man als Ingenieur auch mal bereit sein die Nacht über mit einem Motor im Handgepäck um die halbe Welt zu fliegen. Bei dem etwas später folgenden Vortrag von einem der Vorstandsassistenten und mir selber fühlte ich mich zwischenzeitlich wie bei einem Bewerbungsgespräch. Mit Fragen wie „Warum wollten Sie bei Daimler arbeiten?“ oder „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“ versuchten die Studenten, unsere Motivation und unsere Jobs zu durchleuchten, um daraus Impulse für die eigene Berufswahl zu gewinnen. Bei dem späteren Gang durch die Boxengasse setzte sich dieses erfreulich große Interesse fort.

Mit Ausnahme der Vorträge von Heikki Kovalainen und Bernd Mayländer kamen meine Kollegen und ich daher kaum zur Ruhe. Herr Mayländer gab auf seine erfrischend menschlichen Art unerwartete Einblicke in das Partyleben der Rennfahrer, zum Rennen von Monaco oder zu inoffiziellen Kart-Rennen der großen Rennprofis.

Fragerunde Fragerunde mit Heikki Kovalainen

Nach diesen beiden Gesprächen und einer kleinen Kaffeepause gab es dann noch einen offiziellen Vortrag seitens der Personalabteilung zu den Einstiegsoptionen im Bereich Forschung und Entwicklung. Meine Doktorandenkollegen und ich haben diesen nicht mehr aktiv verfolgt – wir sind ja schon „drin“ – und haben uns statt dessen nach einem kleinen Fotoshooting auf der Tribüne auf den Heimweg gemacht.

Mein persönliches Fazit: Sehr gelungen. Wer nach dieser schillernden Firmenpräsentation kein Interesse an Mercedes und dem Motorsport bekommen hat, kann nur eine ausgeprägte Phobie gegen Autos und Technik jeder Art haben. Der einzige Kritikpunkt geht an mich selber: Nächstes mal dann doch bitte mit einem Paar Ohrstöpsel…


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