Optimierung von Stromfressern

Vor zwei Wochen wurde mir eine sehr interessante, neue Aufgabe übertragen: In dem im Jahre 2006 ins Leben gerufene Projekt „Energieoptimierung“ des Mercedes-Benz Werk Untertürkheim bin ich zukünftig verantwortlich für das Thema Projekt-Kommunikation. Das Projektteam beschäftigt sich damit, den Energieverbrauch für das Werk Untertürkheim mit den Werkteilen Hedelfingen, Mettingen, Brühl, Zuffenhausen und Bad Cannstatt zu reduzieren. Ihr glaubt gar nicht welche Ansatzpunkte und Stellhebel es hierbei gibt und welche Einsparmaßnahmen an Energie und somit an CO2 – Ausstoß das Team in den vergangenen Monaten leisten konnte.

Spart NRGI

Aus diversen Kommunikationsmaßnahmen in den letzten 2 Jahren durch meine Vorgängerin Claudia Hesler war mir das Projekt Energieoptimierung bereits bekannt. In Form von Reko-Folien (Regelkommunikationsfolien), Intranetberichten, sogenannten Top Storys, und verschiedenen Aktionen wurde immer wieder über den aktuellen Stand des Projektes berichtet. Eine Aktion, die mir noch sehr gut in Erinnerung ist, war das Messen von Stromverbräuchen an produktionsfreien Wochenenden. Das langfristig angestrebte Ziel war nun, genau diesen Stromverbrauch zu halbieren.

Bildquelle: Sepp Buchegger, Karikaturist im Auftrag der Daimler AG

An einem zuvor definierten Abschaltwochenende sollte in den Werkteilen der Energie-Verbrauch gemessen werden. Alle Mitarbeiter waren dazu aufgerufen, ihre Gerätschaften wie PC, Drucker, Maschinen und Licht auszuschalten. Druckluftleckagen sollten umgehend durch die Instandsetzung behoben werden. Sämtliche „Stromfresser“, die im Standby-Modus waren, sollten heruntergefahren und abgeschaltet werden. Selbstverständlich wurde sehr akribisch darauf geachtet, dass es beim Wiederanlauf nicht zu Komplikationen oder Stillständen kam. Leider kam es nach Auswertung der Messungen des ersten Abschaltwochenendes nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Den Ursachen hierfür ging man eingehend auf den Grund. Das Projektteam leitete umfangreiche Maßnahmen ein, um die Stromverbräuche zukünftig absenken zu können. An Weihnachten 2006 wurde die Aktion dann erfolgreich wiederholt. Man kam zu dem beachtlichen Ergebnis: Durch eine dauerhafte Absenkung der Grundlast auf das Weihnachtsniveau, könnte der Standort Untertürkheim den jährlichen Energieverbrauch erheblich senken. Damit kann man jährlich Kosten in Millionenhöhe einsparen!

DENA-PreisträgerIm Laufe der letzten 1 ½ Jahren wurden weitere zahlreiche Optimierungsmaßnahmen eingeleitet. Es wurde ein gesamtheitlicher Ansatz mit aktiver Einbindung aller Betroffenen, hoher Management-Attention und konsequenter Umsetzung initiiert. Unser Produktionsstandort konnte so durch die Summe vieler Einzelmaßnahmen 70.806 Tonnen CO2 jährlich einsparen!

Damit verbunden ist auch die Reduktion der bei der Energiegewinnung entstehenden Sekundäremissionen wie z. B. Stickoxide, Kohlenmonoxid und Staub. Auch einige beachtliche Preise konnte das Projektteam bereits „absahnen“. Das Highlight war wohl der diesjährige internationale Energy Efficiency Award: Im Rahmen der Initiative EnergieEffizienz wurden von der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) in Zusammenarbeit mit der KfW Förderbank und der Deutschen Messe hoch dotierte Preise für herausragende Projekte zur Steigerung der Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe verliehen. Das Mercedes-Benz Werk Untertürkheim belegte hierbei den bemerkenswerten 2. Platz. Das gesamte Team ist mächtig stolz über diesen Erfolg. Das Preisgeld in Höhe von 7.500 EUR wird einem gemeinnützigen Zweck gespendet.

Zusammen mit dem Projektleiter Thomas Hübner (ganz rechts im Bild) habe ich nun schon einige Ideen gesammelt, welche Kommunikationsmaßnahmen wir dieses Jahr noch für unsere Mitarbeiter durchführen können. Denn nur wenn das Thema Energieeinsparung in den Köpfen der Mitarbeiter präsent bleibt und diese wirklich sensibilisiert sind, können wir viel erreichen. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, jeder Einzelne und jede noch so kleine Maßnahme zählt! So kann jeder zur Energieeinsparung und letztendlich zur Schonung unserer Umwelt beitragen!


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