Bundessieg bei „Jugend forscht“

Wie ich in meinem letzten Blog-Beitrag bereits erwähnt hatte, soll es in diesem speziell um den von mir entwickelten Leckagesensor und dessen Erfolgskarriere gehen.

Über diesen Sensor gibt es auch eine Menge zu erzählen. Zum einen wird im Werk Sindelfingen momentan versucht, einen serienreifen Leckagesensor zu entwickeln, auf der anderen Seite steht die Erfindung derzeit vor allem durch den Bundeswettbewerb von „Jugend forscht“ im Rampenlicht.

Thomas Nesch

In diesem Text geht es besonders um die Erlebnisse und um das Programm beim Bundeswettbewerb, denn für mich und meinen Sensor war der Bundeswettbewerb ein aufregendes und spannendes Ereignis.

Am 21. Mai um 23:30 Uhr ging es los. Ich fuhr mit dem zu Verfügung gestellten Firmenwagen Richtung Bremerhaven und kam dort nach 775,6 km am Donnerstagmorgen um 6 Uhr an der Stadthalle in Bremerhaven an. Im Laufe des Tages baute ich nun zuerst meinen Stand für die Präsentation meines Projektes auf. Neben mir waren zwei Jugendliche aus Bayern, mit denen ich aufgrund ihrer lustigen Art eine Menge Spaß hatte. Allgemein musste ich feststellen, dass ich mich mit allen Teilnehmern, auch aus dem Fachgebiet Technik, die ja meine direkten Konkurrenten waren, sehr gut verstanden habe. Wir waren viel mehr ein Team als eine Gruppe Konkurrenten, die sich gegenseitig bekämpft. Nach dem Aufbau der Stände ging es zu den Hotels, mit anschließendem Abendessen nahe dem Hafen.

Am Freitag wurde es schließlich ernst, denn da begannen die Jurygespräche. Zuerst kam die Jury zu jedem Stand und hörte sich die Präsentation der einzelnen Teilnehmer an. So bekam diese ein Bild von allen 17 Projekten. Der Wettbewerb lief richtig diszipliniert ab! Die Jury gab bei keinem Stand irgendwelche frühzeitigen Informationen über die Güte des Projektes ab. Somit konnte niemand sagen, wo er in der Rangliste liegen würde. Als die Jurygespräche dann um ca. 18 Uhr für den Freitag beendet waren, ging es wieder zurück zu den Hotels und anschließend zum selbst auserwählten Abendprogramm. Bei diesem Programmpunkt nahm ich an einer Hafenrundfahrt teil, bei der man die großen Güterumschlagplätze sah, auf denen die Güter umgeschlagen werden, die über die Containerschiffe und Seefrachter nach Bremerhaven kommen. Auch die Verladestationen der einzelnen Automobilhersteller konnten durch diese Rundfahrt besichtigt werden. Danach fand eine Barbecue-Party im Hafen mit anschließendem geselligen Beisammensein statt.

Am nächsten Morgen fand der 2. Teil der Jury-Gespräche statt. Bei diesem Part stellte die Jury ihre vorbereiteten Fragen an die Teilnehmer. Mit der Beantwortung sollten die Teilnehmer ihr fundiertes Hintergrundwissen unter Beweis stellen. Dies herauszufinden fiel der Jury meiner Meinung nach allerdings überhaupt nicht schwer. Allgemein war ich mit meinen Jurygesprächen sehr zufrieden, sowohl meine Präsentation als auch die Befragung durch die Fachjury lief sehr gut ab. Sogar ein Teilnehmer von den Sonderjuroren war bei meinem Stand und hörte sich meine Präsentation über den Leckagesensor an. Dies war der Präsident der Arbeitgeberverbände Gesamtmetall. Etwas aufgeregt war ich schon, als er dies erwähnte. Nichtsdestotrotz stellte ich auch ihm mein Projekt bestmöglich vor.

An diesem Abend fand zudem noch die Sonderpreisverleihung in einem noblen Restaurant statt. Interessante und humorvolle Showeinlagen umrahmten das Hauptprogramm, die somit auch die Spannung auf die Preisverleihung erhöhten. Nun war es soweit. Die Stände, die einen Sonderpreis erhielten wurden, von einem Sprecher aufgerufen. Und da war sie – Nr. 95, meine Standnummer. Vorne wurde ich bereits vom Präsident der Arbeitgeberverbände Gesamtmetall empfangen, der mir seinen Sonderpreis (Geldpreis) persönlich überreicht hat.

Dies war der erste Triumph bei „Jugend forscht“ in Bremerhaven. Am Sonntagmorgen fand schließlich die eigentliche Preisverleihung von „Jugend forscht“ statt, bei der die Gewinner der ersten fünf Plätze jedes Fachgebietes geehrt wurden. Der Moderator dieser Veranstaltung war der Nachrichtensprecher der ARD, Tom Buhrow. Als erstes wurden alle fünften Plätze von allen Fachgebieten ernannt. Danach folgten die vierten und dritten Plätze. Ich merkte förmlich, wie die Spannung in mir wuchs, da ich nach der Verleihung des dritten Platzes wusste, dass es nicht mehr allzu viel Auswahl gab. Als dann auch noch der zweite Platz verliehen wurde und meine Standnummer nicht dabei war, erreichte die Anspannung ihren Höhepunkt. Meine Pulsfrequenz wuchs über die messbare Größe hinaus. Nun betrat der Vorsitzende des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) das Rednerpult, der bereits den Gewinner bzw. das Gewinnerteam kannte.

Nun waren nur noch folgende Optionen offen: Alles oder nichts!

Der Vorsitzende des Vereins der Deutschen Ingenieure begann zu reden und sagte in einem ganz normalen, nicht übermäßig lauten, grammatikalisch richtigen Satz (als wäre es das normalste auf Erden): Der Bundessieger des 43. Bundeswettbewerbs von „Jugend forscht“ im Fachgebiet Technik heißt Thomas Nesch. Plötzlich ertönte eine triumphartige Musik und alle Kameras richteten sich punktgenau auf mich. Geblendet von den Blitzlichtern der Fotografen und verfolgt von den Videokameras betrat ich schließlich die Bühne, auf der mir der Vorsitzende des VDI zu meinem Bundessieg herzlich gratulierte.
Nach der Ehrung folgten nun eine Presseinformation und ein Abschlussgespräch mit den Juroren, die mir Tipps für meinen weiteren Bildungsweg gaben. In den weiteren Tagen folgten noch mehrere Interviews mit der Presse und dem Radio, so dass mir das ganze noch lange in Erinnerung bleiben wird.


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