Energiesparen ist in!

Ich war von April 2006 bis November 2007 verantwortlicher Projektleiter des Projektes „Energieoptimierung – Steigerung der Energieeffizienz“ für das Powertrain-Produktionswerk am Standort Stuttgart. Ist Energie einsparen auch im Automobilkonzern Daimler ein Thema und für den Standort Stuttgart, an welchem Achse, Motor und Getriebe gefertigt werden, eine interessante, lohnende und spannende Sache? Ich denke ganz klar: JA!

Ich bin seit längerem auch intensiver Verfechter von energiesparendem Verhalten – zuhause im Privaten, genauso wie im beruflichen Alltag. Das war jedoch nicht immer so … dieses Verhalten, dieses Herzblut habe ich eigentlich erst in den letzten 2 Jahren entwickelt und Schuld daran war eigentlich der Kollege Zufall, nämlich eine neue berufliche Projektaufgabe.

Werk UntertürkheimVor ca. 2 Jahren hat die allgemeine Diskussion über Energieknappheit, steigende Energiepreise und zunehmende Umweltbelastung auch in unserem Unternehmen Daimler am Standort Stuttgart Einzug gehalten.

Schnell war uns allen klar, dass wir aus Sicht der Kostenentwicklung, aber auch aus Sicht der umweltpolitischen Verantwortung etwas unternehmen wollen und müssen.

Die Entscheidung ein Projekt zu definieren, welches das Ziel hat, die Energiemenge in dem Produktionswerk Stuttgart, im „Werk Untertürkheim“ einzusparen, war relativ schnell getroffen. Die Zuordnung der Projektzuständig- und Projektverantwortlichkeit dauerte da schon etwas länger. Nachdem die Fragen, wie „was muss ein Projektleiter für dieses Projekt an Voraussetzung mitbringen, welches Fachwissen braucht er, mit welchen Kompetenzen muss er ausgestattet werden“ im Groben geklärt waren, begann die Suche nach der geeigneten Person.

Ich habe mich gefreut, als ich gefragt wurde, ob ich diese Herausforderung annehmen möchte. Aber ich war auch stolz, dass man mir als damaliger „Energielaie“ diese Aufgabe zutraute und mir diese Chance gab. Nach nur kurzer Zeit des Überlegens habe ich der neuen Aufgabe zugestimmt und mich zugleich an die Strukturierung des Projekts, aber noch intensiver an die Auswahl der Projektmannschaft gemacht. Das Zusammenstellen der Projektmannschaft vergleiche ich auch heute noch mit der Aufstellung von Sportmannschaften vor einem wichtigen Spiel.

Meine Wunschvorstellung der Projektmannschaft war, eine Mischung aus erfahrenen Energiefachleuten, Fachbereichsexperten, aber auch Mitstreiter mit weniger Energiefachorientierung, dafür aber an der Sache hoch motivierten Multiplikatoren zu bekommen. In dieser Mannschaft wollte ich die Leitfigur sein, die es schafft, Veränderung im Energieverhalten und dadurch zeitgleich eine Aufbruchstimmung zu erzeugen und alle auf das gleiche Ziel einzuschwören, nämlich mit Energie schonend und vernünftig umzugehen. Die Organisation stand im April 2006. Wir sind voller Idealismus in unsere Projektarbeit gestartet und hatten eine sehr anspruchsvolle Zielsetzung im Fokus.

Rückblickend auf nahezu 20 Monate Projektlaufzeit kann ich als Projektleiter stellvertretend für mich und meine Projektmannschaft sagen: Der Aufwand war enorm. Das Verständnis für energiesparende Maßnahmen war am Anfang bei Mitarbeitern und Kollegen begrenzt, was sich aber mit den ersten Erfolgsmeldungen schnell verändert hat. So ist es uns gelungen, viele der Betroffenen zu Beteiligten zu machen! Gemeinsam konnten wir die Energiemengen für Strom, Wärme um nahezu 200 Millionen kWh und den Verbrauch von Wasser um 500 Tausend m³ reduzieren. Neben den erheblichen Kosteneinsparungen, ist für uns der noch viel bedeutendere Effekt die Entlastung unserer Umwelt um über 68.000 t Co2.

ProjektteamLetztendlich ist der erreichte Erfolg einfach spitzenklasse und motiviert zum Weitermachen. Die Bestätigung unserer Arbeit wurde noch gekrönt durch die Auszeichnung „Bestes Umweltprojekt 2007 in der gesamten Daimler AG in der Sparte Produktion“ mit dem ersten Platz beim Environmental Leadership Award.

Über die Ergebnisse und über diesen Preis bin ich mächtig glücklich. Stolz macht mich, dass wir es gemeinsam in dieser tollen Projektmannschaft geschafft haben, viele Menschen zum Energiesparen bewegt zu haben. „Vom Reden zum Handeln“ … diesen Leitsatz in die Praxis umzusetzen, ist uns erfolgreich gelungen!  Stillstand heißt Rückschritt … machen wir weiter, helfen Sie auch weiterhin aktiv mit, für unser Unternehmen, für unsere Umwelt, für unsere Zukunft – ich tue es!


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