Mondialogo bringt Ingenieure zum Weinen

Hallo, mein Name ist Stefan Bernhart. Seit fast drei Monaten leite ich kommissarisch die Abteilung Unternehmenssponsoring, daneben bin ich Projektleiter für unsere Public-Private-Partnership mit der UNESCO und für die Koordination und Kommunikation aller Sponsoringprojekte bei Daimler zuständig.

Haben Sie schon mal Ingenieure weinen sehen? Ich schon. Der Anlass für den Gefühlsausbruch der eher für ihre Rationalität bekannten Maschinenbauer und Konstrukteure war unser Projekt Mondialogo. Was klingt wie eine Quizsendung des SWR ist in Wahrheit das größte und internationalste gesellschaftliche Engagement von Daimler.

Gemeinsam mit der UNESCO fördert der Konzern die globale Vernetzung und Werte wie Respekt und Toleranz zwischen Schülern und eben auch Ingenieursstudenten. Seit 2003 haben wir dazu zwei weltweite Schülerwettbewerbe (Mondialogo School Contest) und zwei Ingenieurswettbewerbe (Mondialogo Engineering Award) durchgeführt, im nächsten Jahr gehen die Wettbewerbe in die dritte Runde.

Mondialogo ProjektarbeitNach 2.000 Teilnehmern im Jahre 2005 haben dieses Jahr beim Engineering Award über 3.200 junge Ingenieure sechs Monate lang in internationalen Teams an gemeinsamen Projektideen zur Verbesserung der Wasser- und Energieversorgung, des Gesundheitswesens oder der ländlichen Infrastruktur in Entwicklungsländern gearbeitet.

Die besten unter ihnen, insgesamt 60, hatten wir letzte Woche nach Mumbai, Indien, eingeladen. Vier Tage lang hatten die Jungingenieure dort Zeit, ihre Projekte zu präsentieren, in Workshops über Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu debattieren und natürlich auch gemeinsam zu feiern. Wie dringend ihre Ideen gebraucht werden, konnten wir überall in Indien sehen und erleben. Direkt vor der Haustür unseres Tagungshotels beispielsweise, wo Fischer in armseligen Baracken hausen und tagein, tagaus ihren Fang auf dem verwahrlosten Stück Strand zum Trocknen aufhängen.

Mondialogo CollageEines der prämierten Studententeams hatte ein solarbetriebenes Trockengerät entwickelt, mit dem man Früchte nicht nur tagsüber, sondern immer und überall und ohne Geruchsentwicklung trocknen kann. Über ein solches Gerät hätten sich sicher nicht nur die Fischer gefreut…

Am letzten Tag wurden die Projektideen dann von der Jury ausgezeichnet: Zehn Teams mit dem von der deutschen Presse als „Ingenieurs-Oscar“ titulierten Mondialogo Engineering Award und jeweils 20.000 Euro und weitere zwanzig Teams mit einem Ehrenpreis und je 5.000 Euro.

Die Bühne des National Centre for the Performing Arts, auf der schon so mancher Bollywood-Star seine Karriere begründet hat, bot einen würdigen Rahmen für die Preisverleihung. Die Studenten, die aus über 30 Ländern nach Mumbai gekommen waren, waren in den wenigen Tagen zu einer echten Gruppe zusammengewachsen, so dass alle miteinander fieberten, wer denn nun die Hauptpreise bekommen würde. Schon bei der Bekanntgabe des ersten Preises an das Team aus England und Guatemala flossen die ersten Tränen, und die Londoner Studentin Fiamma hatte vor lauter Aufregung Mühe, sich auf den Beinen zu halten.

Mondialogo Winner England Guatemala Mondialogo Teilnehmer

Spätestens dann als Ganesh aus Nepal sich bei der Jury bedankte und daran erinnerte, dass dieser Preis vor allem Verantwortung bedeutet, gab es auch unter den Juroren kein Halten mehr und zahllose Tränen kullerten. Bei all der Rührung war es ein Glück, dass unser Vorstandsboss per Videobotschaft daran erinnerte, dass sich letztlich alle, die in Mumbai dabei sein durften, als Gewinner fühlen dürfen, und jetzt jeder daran mitarbeiten muss, damit die Projekte in die Tat umgesetzt werden. Denn nur so werden die Ingenieursideen, die der Mondialogo-Wettbewerb hervorgebracht hat, auch zu einer echten Verbesserung für die Bevölkerung vor Ort.



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