Dauernachtschicht

„Ohje, Du Armer“ – „Ahja, ein Gothic!“ -„Das ist ja furchtbar“

Das ist eine kleine Auswahl an Kommentaren die ich zu hören bekomme, wenn ich erzähle, dass ich bei Mercedes in der Dauernachtschicht arbeite. Ich bin Mitarbeiter in der Montage der B-Klasse im Mercedes-Benz Werk Rastatt und arbeite im Fahrzeug-Finish und in der Dauernachtschicht.

Nachts arbeiten, tagsüber schlafen. Ein komischer und für viele ein ungewohnter, gar unvorstellbarer Rhythmus. Aber bei mir passt es. Funktioniert. Das Umfeld zuhause passt und ich bin seit jeher ein Nachtmensch.

Die Arbeitszeitgestaltung hier im Werk Rastatt wurde sehr gut gewählt. Wir beginnen sonntags abends um 22:25 Uhr und die letzte Schicht der Woche endet am Freitagmorgen um 6:05 Uhr.

Die Bruttoarbeitszeit beträgt demnach 7 Stunden und 40 Minuten pro Nacht. Und in der Nachtschicht werden bei uns die Pausen nicht abgezogen, wodurch aus der Bruttoarbeitszeit die Nettoarbeitszeit wird. Dementsprechend füllt sich das Freischicht-Konto ganz gut (Bei der tariflich festgelegten 35h Woche). Und einen Tag Extraurlaub gibt es obendrauf.

Im Vergleich zum 2-Schicht-Modell (Früh-/Spätschicht) habe ich mit der Nachtschicht mehr vom Tag. Nach der Arbeit bin ich in aller Regel gegen 6:30 Uhr daheim, dusche noch, lese Zeitung und je nach Laune bin ich dann zwischen 7:00 Uhr und 8:00 Uhr im Bett. Aufgestanden wird dann so um 14:00 Uhr. Und wenn denn nichts groß zu erledigen ist, dann bleib ich einfach mal noch etwas liegen :-) Bei der Frühschicht geht so etwas nicht. Da klingelt der Wecker und dann raus aus den Federn. In der Nachtschicht ist das etwas flexibler. Aber wie schon gesagt: Bei mir passt es. Ich wohne sehr ruhig, meine Frau arbeitet in der Zeit, in der ich schlafe und die Nachbarn sind so nett, den Paketmenschen abzufangen.

Nach über 2 Jahren Dauernachtschicht kenne ich nun meinen Rhythmus. Weiß, was ich machen kann, wie lange ich schlafen sollte, wo die Grenzen sind. Termine auf 10:00 Uhr zu legen ist eine sehr schlechte Idee. Bis dahin bin ich dann doch eingeschlafen :-)
Die Wochenenden verlaufen ziemlich asynchron zum Rest der Woche. Freitags abends ist meist noch vorm Ende von „Wer wird Millionär“ Schicht im Schacht. Dafür beginnen Samstag und Sonntag schon gegen 7:00 Uhr, wobei es dann samstags abends wieder später wird und dafür sonntags am frühen Abend nochmals geschlafen wird.

Insgesamt ist es für mich eine sehr angenehme Situation und mir graut schon vor dem Gedanken irgendwann mal wieder Wechselschicht arbeiten zu müssen.

So, jetzt gehe ich erst mal schlafen.


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